Funktionaloptometrie

Zum Sehen braucht es mehr als zwei Augen und eine Brille.

Einführung

Den meisten Menschen ist nicht bewusst, dass 17 visuelle Fähigkeiten notwendig sind, um Erfolg beim Lesen, Lernen, Sport und im Leben zu haben. 100% Visus (Sehschärfe) ist nur eine dieser Fähigkeiten.

Im Jahr 2003 wurde meine Praxis gegründet, um fachliche optometrische Dienstleistungen auf den aktuellen Stand von Technik und Wissenschaft, Personen mit visuellen Defiziten anzubieten

Daher biete ich meinen Kunden eine persönliche um umfassende Beratung und nehme auch die Herausforderung ungewöhnlicher Sehprobleme an.

Zur Lösung dieser Probleme arbeite ich mit vielen optischen Spezialgebieten wie z.B. der Optometrie, Winkelfehlsichtigkeit, Funktionaloptometrie, Visualtraining, binokularer Refraktion und Kinderoptometrie.

Sehen und Sehfähigkeit

Die Augen nehmen das Licht auf, das von den Gegenständen reflektiert wird. Das Licht trifft die Retina – den hinteren Teil des Augeninneren und löst einen nervlichen Impuls aus, der über die Sehnerven das Gehirn erreicht. Diese Meldung durchläuft das Zentrum der Erfahrungen, aus dem sie klassifiziert und identifiziert herauskommt.

Die Augen sehen: das Sehen ist einer der sieben Sinne. Wir haben auch einen Gleichgewichts- und Bewegungssinn. Das Gehirn legt aus, was die Augen sehen: das ist die Visualität. Wir sehen das, was wir sehen wollen. Die Sehfähigkeit (Visualität) ist ein Prozess der Interpretation der empfangenen Bilder. Diese Interpretation könnte auch als Erkenntnis definiert werden, weil sie die Aufnahme mit den Erfahrungen verbindet, die unser Gedächtnis gespeichert hat. Die Bilder und das Gedächtnis ermöglicht es uns, zu verstehen, zu lernen und die jeweilige Situation zu beurteilen, die unsere Augen erfasst. Das Anschauen (Sehen) und die Sehfähigkeit (Visualität) tragen damit zur Intelligenz der Menschen bei.

Gehirn und Sehfähigkeit

Die Augen können das Licht, das von den Gegenständen reflektiert wird, richtig aufnehmen, wenn sie richtig ausgerichtet sind und ihre Einstellung der Entfernung angepasst ist. Auf Abbildung 1 ist die erste Aktion durch rote Figuren dargestellt, nämlich die Bewegung der Augen auf den Gegenstand zu richten, während die blauen Figuren die Einstellung der Entfernung darlegen. Diese beiden Handlungen müssen gleichzeitig und so mühelos wie möglich erfolgen, um schnelle und fortgesetzte Anpassungen zu ermöglichen. Dieses Zusammenspiel ist komplex und empfindlich, da es von zwei unterschiedlich innervierten Muskelgruppen abhängt, die wiederum von zwei verschiedenen Regionen des zentralen Nervensystems kontrolliert werden. Auf der Abbildung können wir sehen, dass zwischen beiden Augen keinerlei Verbindung besteht: ihre Zusammenarbeit und Steuerung erfolgt nur durch das Gehirn. Dieser Sehvorgang gleicht einer zweispurigen Straße: auf der einen gelangen die Bilder ins Gehirn, dort werden sie überprüft. Auf der zweiten Spur werden sie zurückgeschickt und damit das Sehen ermöglicht. Input (das was reinkommt - Licht bzw. Information) - Output (das was rauskommt - Wahrnehmung).

Optometrie und Sehfähigkeit

Die Optometrie befasst sich mit der visuellen Vorsorge: sie beugt Fehentwicklungen und visuellen Problemen vor, begrenzt ihre Auswirkungen und kann sie durch Linsen oder visuelle Trainingstechniken (Visualtraining) einschränken oder verhindern

Was ist Optometrie?

Die Optometrie umfasst alle Richtungen, welche die optometrische Wissenschaft enthält: Allgemeine-, Präventive-, Entwicklungs-, Funktionelle- und Verhaltensoptometrie. Sie wird schon seit 100 Jahren in über 25 Universitäten in den USA und in Kanada gelehrt und praktiziert. Auch in Europa wird sie in mehreren Ländern unterrichtet und somit üben immer mehr Optometristen diese Tätigkeit aus.

Die Optometrie wird schon seit 100 Jahren in über 25 Universitäten in den USA und in Kanada praktiziert. Auch in Europa wird sie in mehreren Ländern unterrichtet und somit üben immer mehr Optometristen diese Tätigkeit aus

Die Funktionaloptometrie beschäftigt sich mit Funktionsstörungen, die bei gesunden Augen aufgrund gestörten Sehverhaltens oder einer fehlerhaften Sehentwicklung auftreten und zu Problemen der visuellen Wahrnehmung führen. Die visuelle Wahrnehmung entwickelt sich vom Säugling bis zum Greis – es gibt kein Ende der Entwicklung, denn Sehen ist nicht nur Physik oder Physiologie, Sehen ist in erster Linie Erfahrung!

Deshalb lassen sich visuelle Probleme nicht immer durch Eingreifen an einer einzigen Stelle lösen (z.B. durch Verordnung einer Brille), sondern es muss vielmehr das Sehverhalten insgesamt verändert werden.

Durch ein gezieltes Visualtraining werden Augenbewegungen, Blicksprünge, das Zusammenspiel der Augen und das Schärfebewusstsein in Zusammenhang mit der visuellen Wahrnehmung geschult. Durch einen kontrollierten Lernprozess wird die visuelle Entwicklung gefördert und die visuellen Funktionen verbessert, um eine ideale Informationsverarbeitung zu erreichen.

Durch die immer höher werdenden Anforderungen an unsere Augen und der damit verbundenen visuellen Verarbeitung und der gleichzeitig immer geringeren Bewegungserfahrung bei sinkendem Muskeltonus, treten immer häufiger funktionale Störungen des Sehsystems auf.

Der erforschte Zusammenhang zwischen der motorischen Entwicklung des liegenden Baby´s zum laufenden Kleinkind und der späteren räumlich-konstruktiven Wahrnehmung und Augensteuerung, macht die Wichtigkeit des Screenings der Sehfunktionen deutlich.

Die Aufgabe des Optometristen

Das Sehen ist ein funktioneller Ablauf, der sich von Geburt an entwickelt. Die Aufgabe des Optometristen besteht darin, durch visuelle Tests eventuelle Sehstörungen aufzuspüren. Jeder Lernprozess wird von Umweltfaktoren beeinflusst und von Lernproblemen begleitet. Die Informationsaufnahme des Menschen ist zu 80% visueller Natur und deshalb ist ein optometrischer Test von größter Bedeutung.

Optometrist

  1. Augenmotorik (Augenbewegungen): Wer bin ich? – Wo bin ich?
  2. Vergenz (Centering – äußere Augenmuskeln): Wo ist es?
  3. Akkommodation (Identifikation – innere Augenmuskeln): Was ist es?
  4. Visualisation
    (sich ein Bild machen – Wahrnehmung, Verknüpfung mit anderen Sinnen, Seherfahrung): Wie ist es?
  5. Sehen
    (Vision – Gesamtheit der visuellen Wahrnehmung funktioniert erst bei flüssigem Zusammenwirken aller beteiligten Einzelfunktionen)

Das sich zentral überschneidende Gebiet der 4 Kreise von Dr. A.M. Skeffington, der Gründer der O.E.P. wird als Vision (E) betitelt. Vision ist die erlernte Fähigkeit zu sehen, steht für Informationen und Ausführung, es ist das Output. Vision befreit den Organismus von Einschränkungen aus Raum und Zeit. Man kann zwar unter Abwesenheit von Vision funktionieren, weil die anderen Sinne diesen reifen Prozess austauschen können, aber sie können niemals die Bereicherung, die Qualität und die Tiefe derselben bereitstellen.

Interpretation der Funktional-Optometrie

Sehen bedeutet mehr als 100% Sehschärfe mit oder ohne Brille. „Sehen bedeutet den visuellen Input zu verstehen“. Somit ist der Sehvorgang ein erlernter Prozess, der von Geburt an stattfindet. Die Entwicklungsperiode des Kleinkindes ist u.a. entscheidend. Zum Beispiel: nicht gekrabbelt? Kreis A und B (Abb.2) schlecht bzw. kleiner – somit ist Schnittgebiet E auch schlecht.

Darum ist es so wichtig, jedes Teilgebiet einzeln für sich als eine wertvolle Funktion des gesamten Sehprozesses zu betrachten. Sind Fehlfunktionen eines dieser vier Kreise (oder mehrere) vorhanden – die Leistung der Person wird absinken.

Vorgehensweise des Visualtrainings

Funktionaloptometrie basiert auf den vier Kreisen nach Skeffington. Dazu gibt es Übungen für jeden Kreis mit Hausaufgaben und dem entsprechenden Übungsmaterial.

Nachdem der Kunde beim Augenarzt war und sich seine „Augengesundheit“ hat bescheinigen lassen erfolgt bei mir nach Terminvereinbarung die:

Funktionaloptometrie
  1. Gründliche Erstmessung der Augen (Brillenkorrektur) und anschließende Visualanalyse (funktionelle Fähigkeiten) mit Aushändigung des Fragebogens zur betroffenen Person (Kinder, Schüler, Erwachsene).
    Augenfolgebewegungen, Blicksaccaden, Fern- und Nahsprünge, Bioptor-Vision-Tests, Vergenzsystemmessung, Konvergenznahpunkt (NPC), Alpha-Omega-Pupille, Brockschnur, Flipper (Akkommodationsflexibilität), Pupillenreflex und Pupillengröße, Tachistoskopie, Beurteilung mittels Skiaskop eines evtl. Bildlagefehlers (Fixierstern) auf der Netzhaut beider Augen (Ophthalmoskopie), visuelles Greifen, Coverteste, Cover/Baggolini, Cover/Brockschnur, Hirschbergtest, AC/A-Gradient, Van-Orden-Stern, Cheiroskopie, Raumwahrnehmung, Stimulus-Background-Wahrnehmung, aktuelle Brillenkorrektion nach Winkelfehlsichtigkeitsmessung (MKH), Vergleich der vorhanden Korrektion mit der neuen Korrektion, Besprechung.
  2. Im 2. Termin: OEP*-21-Punkte-Messung (Flexibilität des Augensystems).
    Verknüpfung zwischen Akkommodation (Fern-/Naheinstellung) und Konvergenz (Sehachseneinstellung auf ein Objekt), Binokularität, Simultanwahrnehmung, Messung der Flexibilität des Augenpaares, Auswertung und Bewertung der Messergebnisse, Besprechung. Manche Kunden sagen: „das ist ein Marathonlauf beider Augen“.
  3. Erstellung eines Übungsplanes und Koordination der Trainingsstunden einschließlich der Abschlussmessung nach der letzten Übungseinheit.
    Optometrisches Visualtraining in meiner Praxis, speziell abgestimmt nach der 21-Punkte-OEP-Messung, Übungen zur Verbesserung der visuellen Leistung des Augenpaares – zwischenkontrolliert mit Van-Orden-Stern – und den Erfolgserlebnissen des Kunden. Übungseinheit 45 Minuten.
  4. Erfolgskontrolle nach 1 Jahr.
    Überprüfungen der funktionellen Fähigkeiten und der 21-Punkte-OEP-Messung.

Wer geht zum Optometristen?

Optometristbesuch

Jeder mit … allgemeinen Sehproblemen – einem Sehproblem, das nicht mit einer Brillen- oder Kontaktlinsenkorrektur lösbar ist; Einer beginnenden Kurzsichtigkeit oder schon manifester Kurzsichtigkeit, um eine Stabilisierung oder Reduzierung derselben zu erreichen; Einem schwachen Auge, der eine Brille meiden oder eine Lesebrille hinauszögern will; Einem Beruf, der die Augen sehr belastet (Computerbildschirm, Feinmechanik usw.); Einer schlechten oder schwachen Konzentration bei Naharbeit; Kopfschmerzen bei Naharbeit oder die am Tagesende auftreten; Brennenden oder tränenden Augen; Problemen der Entfernungs- und Stereowahrnehmung; Einem eingeschränkten funktionalen peripheren und/oder zentralen Sehen; Schlechten sportlichen Leistungen.

Kinder mit … Berührungs- und Motorikproblemen; Die an Gegenständen anstoßen oder diese umstoßen; Die fallen oder straucheln; Entwicklungsrückstand und Verhaltensproblemen; Allgemeinen Lernproblemen in Verbindung mit langsamen Lesen; Die das Lesezeichen oder die Zeile verlieren; Die den Text öfter lesen müssen, um ihn zu begreifen und zu merken; Die beim Lesen den Kopf mitbewegen oder den Kopf schief halten; Die beim Lesen zu nahe an den Text und/oder bei der Naharbeit zu nahe an den Gegenstand herangehen; Die verkrampft sind und/oder eine schlechte Schreibmotorik haben; Einer schwachen und/oder kurzen Konzentration bzw. Konzentrationsverlust; Einer Überaktivität oder dem Gegenteil.

Sport Vision … ist eine Individual- oder Gruppenbegleitung von Spitzensportlern oder auch von Sportlern, die ihre Leistungen erhöhen oder verbessern wollen.

Wie ist die Vorgehensweise des optometrischen Tests?

Optometrischer Test

Ich versuche durch einen sehr vielseitigen optometrischen Test die eventuellen Augenprobleme aufzuspüren. Durch die sogenannten 21-Punkte-Messung nach OEP kann ich die Augenfunktionen in der Ferne und in der Nähe testen. Es werden auch noch Tests für die Entfernungs- und Stereowahrnehmung im Fern- und Nahbereich vorgenommen. Weiter werden die motorischen Fähigkeiten, die Handkoordination, die Wahrnehmungsgeschwindigkeit, die visuelle Diskrimination, das visuelle Gedächtnis, die Figur-Hintergrund Relation, die Augenfolgebewegungen und auch die räumliche Projektion in Bewegung überprüft.



Präventive Maßnahmen gegen visuelle Probleme:

Verhaltensregeln für die Visual-Hygiene (Pflege)

Ziel des Visualtrainings

Ziel des Visualtrainings ist nicht primär...

… Fehlsichtigkeiten (z.B. eine Brille) „weg zu trainieren“. Es kann aber durchaus die positive Begleiterscheinung haben, dass sich die Glasstärken zu schwächeren Werten verändern – z.B. bei Kurzsichtigen.

Welche Trainingsarten wende ich an?

Sie können Ihr Sehen wieder in Balance bringen!

Balance